Donnerstag, 26. November 2009

Herrschaft

Ich bin nackt. Meine Herrin möchte das so haben.

Ich stehe vor ihr. Die Arme sind am Rücken verschränkt.

Sie legt mir den Keuschheitsgürtel an.

Meine Gedanken sind wirr. Ich habe so etwas bisher noch nie getragen. Habe so etwas bisher noch nie gespürt.

Habe die Gefühle, die durch mich jetzt hindurchjagen, bisher nicht kennen gelernt.

"Künftig wirst du dir den Keuschheitsgürtel selbst anlegen", sagt sie zu mir.

"Ja, gnädige Herrin", erwidere ich mit heiserer Stimme.

Es sind das die Worte, die sie so gerne hört.

Mehr hätte ich gerade jetzt ohnhin nicht herausgebracht.

*

Sie steht vor mir. Ich verehre sie. Ich verehre meine Herrschaft. Ich bin ihr verfallen.

Meine Herrschaft geht heute aus.

Ich weiß nicht, wohin sie geht.
Ich weiß nicht, mit wem sie sich trifft.
Ich weiß nicht, wann sie wieder nach Hause kommen wird.

Das hat mich auch nicht zu interessieren.

"Knie nieder und säubere meine Schuhe!"

Langsam gehe ich auf die Knie.

Es ist eine der Stellungen, die mir gegenüber meiner Herrin zusteht. Vor ihr zu knien.

Ich spüre, wie sich bei ihren Worten mein Geschlecht entfalten möchte. Doch der Keuschheitsgürtel verhindert es.

Ich lecke mit meiner Zunge über ihre Schuhe.

Es sind neue Schuhe.

Es sind die schwarzen hochhackigen Schuhe, die ich ihr bei einem gemeinsamen Einkauf vor wenigen Tagen gekauft habe.

Ich möchte, dass meine Herrin gut aussieht.

Mit jeder Bewegung meiner Zunge spüre ich, wie meine Geilheit größer werden möchte.

Doch der Keuschheitsgürtel hält mich dabei in seiner unnachahmlichen Art und Weise zurück.

*

Ich warte - bis auf den Keuschheitsgürtel - nackt auf meine Herrschaft.

Ich HABE auf sie zu warten.

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